
Eigenes Produkt · 2026 - today
Definieren, was „A1“ genau bedeutet: belastbar genug, um darauf zu bauen
Eine Lern-App, die lokale Nachrichten auf sechs Schwierigkeitsstufen (GER-Niveaus) in 8 Sprachen umschreibt. Nutzer:innen können jedes Wort anklicken, um eine kontextuelle Übersetzung zu erhalten, und die App bietet ein Vokabeltraining mit Spaced Repetition.
Überblick
Warum ich es gebaut habe
Lernende stoßen ungefähr bei A2 an dieselbe Wand. Lehrbuchdialoge bringen nichts mehr, echte Nachrichten sind noch zu schwer, und dazwischen gibt es kaum etwas zu lesen.
Das naheliegende Produkt ist ein Leseprogramm, das Artikel vereinfacht. Das baut heute jeder an einem Wochenende: Text an ein Sprachmodell schicken, um eine einfachere Fassung bitten, Ergebnis anzeigen.
Der Teil, der wirklich schwierig ist
Bittest du ein Modell, „auf A1 zu vereinfachen“, bekommst du bereitwillig irgendetwas. Ob dieses Ergebnis A1 ist und nicht B1 mit kurzen Sätzen, ist eine ganz andere Frage, und die einzige, auf die es ankommt. Wer wiederholt Texte über seinem Niveau vorgesetzt bekommt, erhält kein etwas schlechteres Produkt. Er schließt daraus, dass er keine Sprachen kann, und hört auf.
Die Arbeit steckt deshalb darin, die Niveau-Aussage belastbar zu machen: deterministische Vorverarbeitung, Schutz von Eigennamen und Zahlen über die Umschreibung hinweg, absatzweise Neufassung mit Kritik- und Überarbeitungsschleife, Lesbarkeitsmetriken und Abgleich mit den Goethe-Wortlisten. Die GER-Zuordnung hängt an den Deskriptoren des Companion Volume, nicht an einem Gefühl.
Die Entscheidung, mit der ich am wenigsten zufrieden bin
Die Qualität bewertet derzeit ein Gremium aus drei Modellen: ein Sprachmodell, das ein Sprachmodell benotet. Das ist zirkulär, und im Code steht das auch so.
Die ehrliche Lösung sind menschliche Bewerter: qualifizierte DaF-Lehrkräfte, die ein Kalibrierungskorpus einstufen. Die Infrastruktur dafür steht, die Lehrkräfte sind noch nicht gewonnen. Bis dahin stützt sich die Qualitätsaussage auf Metriken und mein eigenes Urteil. Das schreibe ich lieber hin, als das Modellgremium als Validierung auszugeben.
Was es kann
Echte Artikel der Deutschen Welle, umgeschrieben auf A1 bis C2. Jedes Wort anklickbar für eine Übersetzung im Kontext, mit Wortart und Alternativen, ohne Anfrage beim Klick, weil die Wortkarten vorab berechnet werden. Eine Abfrage, die 400 Millisekunden braucht, zerstört genau den Lesefluss, den das Produkt schützen soll.
Gespeicherte Wörter landen in einem Vokabeltrainer mit Spaced Repetition. Die Oberfläche läuft in zehn Sprachen, Übersetzungen in über zwanzig.
Wo es steht
Live, ohne Konto testbar und offen als unfertig gekennzeichnet. Der Hinweis steht auf der Seite. Ein kostenpflichtiger Zugang für unbegrenzte Artikel existiert.
Was ich nicht behaupte: dass es jemanden von einem GER-Niveau auf das nächste bringt. Dafür braucht es Lesemengen weit jenseits dessen, was normale Nutzung ergibt, und die Forschung gibt die Abkürzung nicht her. Belegbar ist Leseflüssigkeit und Wortschatz innerhalb eines Niveaus. Das ist die kleinere Aussage und die richtige.
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Technologie
Frontend
- Next.js
- TypeScript
- Tailwind CSS
- i18n (10 locales)
Backend
- Supabase (Postgres)
- Auth + RLS
- Cron pipeline
- Postmark
Pipeline
- LLM rewriting
- Critic-and-revise loop
- Readability scoring
- Goethe Wortliste checks
Infrastruktur
- Vercel
- spaCy sidecar
Zeitplan
Projektstart
2026
Dauer
Ongoing
Ausgeliefert
Ongoing
Du hast eine Produktidee, bei der die eigentliche Schwierigkeit nicht im Code liegt, sondern in der Frage, was überhaupt „gut genug“ heißt? Genau das klärt ein Sprint, bevor Budget gebunden wird.
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